Beschnitt. Bei Büchern das Wegschneiden ungleicher Papierränder. Im frühen Mittelalter mit einem Stechbeitel vorgenommen, danach mit dem "Schneidhobel". Die Schneidemaschine "Hebelschneider" ersetzte den Hobel.

Beschweren. Der Buchbinder beschwert seine Bücher, damit kein Staub in sie eindringt und halbfertige Einbände sich nicht verziehen können.

Blinddruck. Auf gefeuchtetes Leder drucken ohne Unterlegen von Blattgold oder Farbfolien. Für den B. eignen sich nur lohgare oder anilingefärbte Leder, weil sie wassersaugend sind. Der B. wird mit mäßig erhitzten Stempeln vorgenommen; ein mehrfaches Bedrucken der gleichen Stellen bräunt das Leder.

Blockheftung. Übliche Bezeichnung für Drahtklammerheftung quer durch den Falz. Bei Broschuren angewandt.

Buch. Die Ägypter hatten als Buch die "Papyrusrolle", die auch von den Griechen und Römern übernommen. Die Assyrer und Babylonier bedienten sich der "Tontäfelchen". Mit Scharnieren verbundene Wachstäfelchen ("Dyptichen") waren die Vorformen des "Kodex". Die ersten B. in Europa entstanden zu Anfang des 6. Jh. Sie bestanden überwiegend aus Pergament, später jedoch auch aus Papier. Die ersten geschriebenen und meist kunstvoll ausgemalten Buchtexte entstanden in Klöstern und in ihnen auch die ersten Buchbindereien. Durch die Erfindung des Letterndrucks durch Gutenberg im 15.Jh. wurden Bücher zahlreicher und billiger. Die vor 1500 gedruckten B. werden "Incunabeln" oder "Wiegendrucke" genannt. Drucke aus der Zeit von 1500-1550 sind "Frühdrucke".

Buchbinder. Handwerker, der das Büchereinbinden und ähnliche in sein Fach schlagende Arbeiten als Erwerb betreibt. Als erster B. gilt der Mönch Dagäus aus Irland zu Anfang des 6. Jh. Als erster deutscher B. ist der Mönch Sigibert im 7. Jh. nachweisbar. Die B. früherer Zeiten hatten viele Techniken zu beherrschen, die mit der Zeit zu Spezialberufen wurden (Portefeuiller, Geschäftsbuchmacher, Etuisarbeiter, Lackierer, Buntpapierhersteller, Kartonager usw.).

Buchdrucker. Handwerker, der mit eingefärbten Druckstöcken druckt Um 1440 entstand die erste Buchdruckerei durch Gutenberg in Mainz. Es wurde im Hochdruck gearbeitet Später kamen dann der Stein-, Offset-, Tiefdruck hinzu. Beim Buchdruck wird von erhabenen Formen und Lettern gedruckt, so dass man auch von "Hochdruck" spricht; beim Flachdruck erfolgt der Druck von Stein-, Zink- oder Aluminiumplatten; beim Offsetdruck geht der Druck über ein dazwi-schengeschaltetes Gummituch; beim Tiefdruck wird aus den Vertiefungen der geätzten oder geschnittenen Druckformen beim Druck die Farbe auf das Papier übertragen.

Bucheinband. Einbände werden mit überzogenen Pappendeckeln gearbeitet. Die Einbandart wird nach dem überzugsmaterial benannt. Die Sortimentsbuchbinderei bindet Einzelbücher von Hand mit Maschinenhilfe, die Industrie- und Großbuchbinderei mit fast ausschließlicher Maschinenbenutzung. Die Erfindung der Klebebindung brachte eine Arbeitsvereinfachung mit sich, die in vielen Fällen die Maschinenheftung umgehen lässt.

Bünde. Auf B. werden alle Sortimentsbücher geheftet B. können aus Pergament- oder Lederriemen, Kordel oder Band bestehen; liegen sie erhaben auf den Buchblockrücken, werden sie "erhabene B." oder "echte B." genannt; "eingesägte B." werden in die Lagenrücken versenkt; "falsche B." sind auf die Rückeneinlagen geklebte Leder- oder Pappenstreifen, um echte B. vorzutäuschen.

Büttenpapier. Von Hand aus der Bütte geschöpftes Papier bester Qualität (meist 100% Hadern). Mittels eines Drahtsiebs, der Schöpfform, hebt der Meister den Papierbrei aus der Bütte und verleiht ihm durch Schütteln und Rütteln seine Bogenform. Dem Schöpfen folgte das "Umstülpen" der Siebform auf Filze, das "Gautschen" heißt. Jeder Papierbogen kam auf einen Filz. Waren 181 Filze belegt, wurde der "Pauscht" genannte Stapel ausgepresst und die Papierbogen mit 2 Klammern wie Wäsche zum endgültigen Trocknen aufgehängt. B. haben fast immer ein echtes Wasserzeichen. Auf der Rundsiebpapiermaschine hergestelltes Papier wird fälschlicherweise auch als B. bezeichnet.

Quelle: Auszug aus: "Gustav Moessner, "Buchbinder ABC", bearbeitet von Hans Kriechel.