Majuskeln. Großbuchstaben, Versalien.

Makulatur. Bezeichnung für schadhaft gewordene Bücher, Druckbogen und unbrauchbare Papierbogen.

Mappe. Aufbewahrungshülle in einfacher Form aus zwei Pappendeckeln und beliebig breitem Geweberücken bestehend. Die M. läßt sich mit Ecken, Klappen und Bindebändern verbessern, in der Luxusausführung als "Adresse" bekannt.

Marmorpapier. Buntpapiere, die die Aderung von Marmorsteinen nachahmen. Die Technik kommt aus dem Orient. Mit Ausnahme gedruckter, billiger M., eine handwerkliche Technik. Das erste deutsche Lehrbuch schrieb Joh. Kunkel 1674. Jos. Halfer aus Budapest und Jos. Hauptmann aus Gera lehrten die Galle-Tunkpapiertechnik um die Jahrhundertwende in Kursen, schrieben dazu Fachbücher und rieben die zum Marmorieren benötigten Körperfarben zum Verkauf selbst an. Die Meister des vorigen Jh. beherrschten die Marmoriertechnik ohne Ausnahme. In England marmoriert noch Cackerell hauptberuflich, in Frankreich tun das noch viele Buchbinder, weil die französischen Kunden Marmorpapiere verlangen. Die Aschaffenburger Buntpapierfabrik führte in der ersten Hälfte des 19. Jh. das fabrikmäßige Marmorieren ein.
Technik: Auf einen Schleimgrund auf Gummitragant oder isländischem Moos werden mit Ochsengalle versetzte Körperfarben gespritzt, die sich auf dem Grund ausdehnen und mit Holzstift und Kamm zu Mustern verzogen werden können. Mit Alaunwasser bestrichene Papierbogen werden auf den Farbenteppich gelegt und mit den Farben abgehoben. Es gibt Griechisch-, Türkisch-, Französisch-, Stein-, Achat-, Pfauen-, Bukett- und Kammmarmorpapiere. Kleister-, Kibitz- und Rieselmarmorpapiere werden mit farbigem Kleister bestrichen und nicht getunkt. Maschinell hergestellte M., wie das "Gustavmarmor", wird mit Säuretropfen behandelt, Neulandmarmor wird ein billiges, in der Papiermaschine beflocktes Papier genannt, das aber keine Marmorähnlichkeit mehr besitzt.

Maroquin. (frz.) Kapziegenleder mit besonders großem, festem Narben. Edelstes, sumachgegerbtes Leder in großen Fellen. Maroquinpoli: grobnarbiges M., Maroquinecrase: Kapziegenleder mit geglättetem Narben. Der vorher durch Krispeln, einer Art Walken, hervorgehobene Narben, wird durch Bügeln mit Glasrollen ecrasiert, dunkler, der Grund zwischen den Narben bleibt in der Originalfarbe. Bei sehr dicken Kapziegenledern wird das Zurückgehen des Narbens nach dem Krispeln, auch "Levantieren" genannt, durch maschinelles Abschälen der Aasseite unterbunden. Das Abschälen wird "Ausfalzen" genannt.

Maserpapier. Heute maschinell hergestelltes, einfarbiges Kleisterpapier mit engen Längsstreifen, fast immer geglättet. M. wurde für Pappbände und billige Schulbücher zum überziehen verwendet.

Minuskel. Gemeiner oder Kleinbuchstabe.

Moirepapier. (frz.) Ausstattungspapier, dessen Oberfläche durch eng nebeneinanderstehende geschweifte, eingepresste Linien das auffallende Licht in verschiedenen Winkeln zurückwirft und so einen schillernden, moireartigen Eindruck macht. M. beim Buchdruck: Wenn der Druckplattenraster, vorwiegend beim Farbendruck, oder nach gerastertem Einfarbendruck, zu eng nebeneinander liegt und so einen moireartigen Eindruck erweckt.

Quelle: Auszug aus: "Gustav Moessner, "Buchbinder ABC", bearbeitet von Hans Kriechel.